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Logo DHPolDas Fachgebiet „Polizeiliche Führungslehre“ der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) hat einen Blog für die kritische Diskussion eines Vorschlags zur Neuformulierung des Kooperativen Führungssystems (KFS) gestartet. Unter http://blog.dhpol.de/ sind nun Praktiker und Akademiker aller Disziplinen eingeladen, das „KFS 2.0“ zu kommentieren und mit eigenen Beiträgen zu erweitern. Der Grundsatzartikel, der im Blog zur Diskussion gestellt wird, erschien in der Ausgabe Juni 2013 der Fachzeitschrift „Die Polizei“. Der Volltext und eine Kurzfassung sind im Blog abzurufen

Polizeidirektor Dirk Heidemann und Soziologe Dr. Christian Barthel vom Fachgebiet „Polizeileiche Führungslehre“ der DHPol haben das KFS weiterentwickelt. Robert Altmann und Günter Berndt hatten dieses, als Verantwortliche an der damaligen Polizei-Führungsakademie, aus der 2006 die DHPol hervorging, erarbeitet und in zahlreichen Abhandlungen formuliert und publiziert.[1] Dabei ging es vor allem darum, das autoritäre Führungsverständnis der Nachkriegszeit durch zeitgemäße wissenschaftliche und gesellschaftliche Konzepte zu ersetzen. Altmann und Berndt haben damit unersetzliche Grundlagen für die moderne Polizeiausbildung und Polizeiarbeit von den 70ern bis in die 90er Jahre geleistet. Ihr Konzept bildet seit- dem Leitgedanken für die moderne Führung der deutschen Polizeien.  

Die Neuformulierung von Barthel und Heidemann sucht daher bewusst Anschluss an die verdienstvolle Arbeit ihrer Vorgänger. Mit Erkenntnissen und Erfahrungen aus Wissenschaft, Praxis und Lehre soll das Führungskonzept der Polizei an die sich in den letzten 40 Jahren gewandelten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und an die gewachsene Komplexität der Polizeiarbeit angepasst werden. Im Fachgebiet „Polizeiliche Führungslehre“ ist in Form eines Grundsatzartikels der Vorschlag einer zeitgemäßen Neuformulierung entstanden, der theoretisch und konzeptionell auf der Höhe aktueller Debatten zum Thema Führung steht.

Das so entwickelte „KFS 2.0“ verabschiedet sich von der Idee, Organisationen ließen sich quasi wie Apparate steuern oder schlicht durch Entscheidungen managen.

Kluges Führen wird dabei als die Bereitschaft zur stetigen Kommunikation und Reflektion verstanden. Die Führungsperson definiert sich nach dieser Denkweise nicht mehr als moralisch und fachlich überlegene Autorität. Ihr Können muss sie stetig durch die Interaktion mit selbstbewussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beweisen.

Des Weiteren legen die Autoren Wert auf einen umfassenden Praxisbezug. Handlungsfelder ergeben sich für die Autoren etwa in Bereichen wie der Personalentwicklung und dienststellenspezifischer Kommunikation. Das strukturelle Spannungsverhältnis zwischen theoretischer Führungsidee und der Praxis des Polizeialltags wird systematisch in den Blick genommen. Ziel ist es, das Konzept greifbar und damit auch lehrbar zu machen. Gerade hierfür soll die Diskussion des Beitrags in dem Blog weiterhelfen. Bisher liefert das „KFS 2.0“ eine erste Positionierung als Ausgangspunkt für eine umfassende Debatte, an der sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis umfassend beteiligen. Auf Basis der Beiträge und durch weitere Forschung wird das Konzept theoretisch erweitert und didaktisch greifbar gemacht. Am „Schluss“ soll es konkrete Handlungs- und Führungsempfehlungen zur Verfügung stellen.

Ziel ist ein modernes, effektives und praxistaugliches Führungskonzept für die Polizeien. Die Diskussion im Blog ist bereits in vollem Gange und weitere Beiträge sind sehr willkommen.


Vgl. ausführlich z.B.: Altmann/Berndt: „Grundriss der Führungslehre 1: Grundlagen Kooperativer Führung“ Schmidt-Römhild; Auflage: 3., Aufl. (1992) sowie: Dies.: “Führungslehre” Schmidt - Roemhild; Auflage: 4. A. (1998)