Stuttgart: Um Straftaten schneller und besser aufklären zu können, setzt sich die JUNGE POLIZEI der DPolG dafür ein, über soziale Netzwerke bundesweit Fahndungen zu ermöglichen. Was bei der Polizei Niedersachsen im vergangenen Jahr mit positiver Resonanz begonnen hat, soll nun auf andere Bundesländer ausgedehnt werden, so das Ziel. „Die klassischen Methoden der Fahndung wie Steckbriefe an Bahnhöfen oder Zeugenaufrufe in der Zeitung müssen dringend ergänzt werden durch die Möglichkeiten des Internets“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der JUNGEN POLIZEI, Michael Haug. „Vor allem die jungen Leute erreichen wir über die sozialen Netzwerke und erschließen damit der Polizei neue Aufklärungswege.“

Kürzlich trafen sich der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Blenke, und der stellvertretende Bundesvorsitzende der JUNGENPOLIZEI, Michael Haug, am Rande einer Plenarsitzung des baden-württembergischen Landtages zur Thematik Fahndung in sozialen Netzwerken. Soziale Netzwerke und hierbei insbesondere Facebook mit über 900 Millionen Usern weltweit haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diesem Medium, sowaren sich Haug und Blenke einig, darf sich die Polizei nicht verschließen, sondern sollte es als zusätzliches Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung nutzen.

 

Michael Haug stellte sein Konzept zur polizeilichen „Facebook-Fahndung“ dem Abgeordneten Blenke, der als innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Baden-Württemberg das Projekt unterstützt, vor. Inhalt des Konzeptes ist die Realisierbarkeit  der „Facebook-Fahndung“ angesichts der öffentlichen Datenschutzdiskussion Anfang des Jahres, die durch die Polizei Hannover ausgelöst wurde. Nachvollziehbare Bedenken der Datenschützer hinsichtlich der Speicherung von personenbezogenen Daten auf amerikanischen Servern und die damit verbundenen unzureichenden Datenschutzrichtlinien aus deutscher Sicht finden in dem Konzept Berücksichtigung.

In der Zwischenzeit konnten Sicherheitsbedenken bezüglichder Speicherung persönlicher Daten durch Facebook gelöst werden. Diese Daten werden nun auf polizeiinternen Servern in Deutschland gespeichert, auf die Facebook keinerlei Zugriff hat. Thomas Blenke unterstützt die Konzeption und die Einführung der „Facebook-Fahndung“ bei der Polizei.

Michael Haug arbeitet beim Polizeipräsidium Stuttgart in der Projektgruppe Social Network und steht als Ansprechpartner für die Polizeien des Bundes und der Länder zur Thematik der sozialen Netzwerke zur Verfügung.

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