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Alle an einem Strang

Warum kocht den jeder sein eigenes Süppchen? Warum ziehen denn nicht einfach alle an einem Strang? Sitzen wir doch schließlich alle in einem Boot.

Diese und ähnlich lautende, rhetorische Fragen bekomme ich immer wieder gestellt, wenn es um die unterschiedlichen Berufsvertretungen bei der Polizei geht. Aus diesem Grund habe ich für diejenigen, die sich diese Fragen stellen, meine Gedanken zu dem Thema mal nieder geschrieben - nicht, dass sie sich versehentlich selbst Gedanken dazu machen.

Die Antwort auf die zahlreichen Fragen ist eigentlich relativ einfach: Weil der Eine Karottensuppe mag, während der Andere eher auf Kartoffelsuppe steht und der Dritte am liebsten Klößlessubbn isst. Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen, Meinungen, Einstellungen und nach diesen möchten wir uns auch vertreten sehen.

Ich persönlich kann beispielsweise nicht nachvollziehen, wie eine der Berufsvertretungen die Erstattung der polizeilichen Kosten bei Fußballspielen durch die Profivereine grundsätzlich ablehnt. Ich bin der Meinung, dass man die Vereine durchaus an den Kosten beteiligen sollte, denn durch deren Fanpolitik ist die Polizei häufig zum Handeln gezwungen. Warum wird wiederholt auffälligen Gewalttätern nicht ein Leben lang der Zutritt zu den Stadien verwehrt? Warum werden Abgrenzungen zwischen Fanblöcken und dem Spielfeld teilweise verringert?

Das Argument, man könne den Verein für das Verhalten der Fans nicht verantwortlich machen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Veranstalter einer Party wird schließlich auch zur Verantwortung gezogen, wenn sich seine Gäste zu laut verhalten. Und ebenso läuft es bei Gaststätten, die für das Verhalten ihrer Kunden mit verantwortlich gemacht werden. Dass die Vereine durch die Beteiligung an den Kosten sicherlich ein Interesse an der Senkung dieser bekämen und entsprechende Maßnahmen hierfür treffen würden, trifft meine persönliche Meinung, aber offensichtlich nicht die Meinung eines Jeden.

Bei anderen Themen wiederum, sind die Forderungen der Berufsvertretungen häufig ähnlich oder sogar gleich und wir ziehen an einem Strang. Das ist aber eben nicht bei jedem Themenfeld der Fall - das liegt ja in der Natur der Sache.

Aber nicht nur die unterschiedlichen Suppenvorlieben sind Grund für die Vielfältigkeit der Berufsvertretungen. Durch das gesunde Konkurrenzdenken, also wörtlich übersetzt beim „um die Wette laufen“, kommen wir nie in die Gefahr auf der Stelle zu treten. Wir begnügen uns nicht damit, in der Vergangenheit einiges erreicht zu haben, sondern wir wollen auch in Zukunft vieles für die Beschäftigten erreichen. Was wäre da besser, als der latente Druck von außen, hierfür auch wirklich immer das Beste zu geben.

Und am Rande sei hier angemerkt, dass wir wirklich gute Läufer sind und das nicht nur bei der Kurzstrecke, sondern auch - und das in besonderem Maße - bei Marathon- und Ultraläufen. Denn wenn wir in den vergangenen Jahren eines gezeigt haben, dann dass wir dauerhaft und über längere Strecken hohe Leistung bringen können. Wer würde schon auf einen Kurzsteckenläufer beim Langsteckenlauf setzen?

Und wer würde sich an den Kosten des Trainings seines Wettkampfgegners beteiligen? Dafür fällt mir - auch nach reiflicher Überlegung - einfach kein plausibler Grund ein. Ich fühle mich daher beim Deutschen Beamtenbund (DBB) als Spitzenorganisation bestens aufgehoben. Ich habe noch keine Kundgebung der Gewerkschaften des DBB erlebt, bei welchen die Demonstranten gewaltsam gegen die Polizei vorgegangen wären.

Ich bin davon überzeugt, dass es mehrere Gewerkschaften braucht, um gute Arbeit leisten zu können. Vielleicht spielen auch Sympathie und in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen eine Rolle für die Auswahl der Gewerkschaft, aber ich bin froh, dass ich die Wahl hatte und sie heute noch habe, bei welcher Berufsvertretung ich Mitglied bin und meine Arbeit mache.

Mit vielen Vorgehensweisen und Meinungen anderer Berufsvertretungen hätte ich so meine Probleme.

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Herausgeber: Florian Kriesten, DPolG Bezirksverband Mittelfranken, Erzgießereistraße 20 b, 80335 München